Mittwoch, 3. Juli, Chuuk Lagoon, bei Dublon
Typhoon-Warning: Chataan was located 9.7 N 149.2 E at 12.00 UTC. Moving northwestward. Winds estimated 65 to 100 knots
Heftige Böen haben das Schiff erfasst und es dreht sich um den Anker. Der Kapitän steuert die S.S. Thorfinn trotzdem – oder vielleicht genau deswegen - näher an die Hauptinsel von Chuuk, Moen. Überall auf den Inseln sehen wir die Wunden der verheerenden Erdrutsche. Und wir hoffen, dass unsere einheimischen Freunde fliehen konnten. Im Inselradio hören wir, dass es
viele Tote und Verletzte auf den Inseln gegeben hat. Irgend jemand sagt uns dass vielleicht trotzdem heute noch ein Flug nach Guam starten werde. Obwohl der Wind weiter zunimmt und die Wellen bedrohliche Höhe annehmen, entschliessen wir uns, die Überfahrt zur Insel zu wagen. Der Wind bläst mit 90-120 km/h, die Wellenhöhe beträgt gut und gern 4 Meter. Mit dem Beiboot durchqueren wir, mehr torkelnd als fahrend, die Lagune. Schon nach Sekunden sind wir völlig durchnässt. Irgendwann will der Motor aussetzen und wir versuchen es mit einem kleinen Stossgebet. Nach schätzungsweise 3 Tagen, in Wirklichkeit waren es 45 Minuten, finden wir die vielleicht einzige geschützte Stelle zum Landen. Aufgeweicht bis auf die Knochen verlassen wir beim Postoffice die Nussschale und freuen uns erstmals über das neue Leben. Nach einer halben Stunde gelingt es uns, einen freundlichen Autofahrer anzuhalten, der uns zum Flughafen bringt. Der allerdings ist, bis auf eine einsame Mitarbeiterin von Continental Airlines, verwaist. Diese ausgesprochen hilfsbereite Lady kann uns jedoch einen Flug für Morgen organisieren und bestätigt uns sogar sämtliche Flüge bis nach Basel.

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